Mythos: Kohlenhydrate machen dick – Was ist dran?
- Raphaela

- 15. März
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. Mai
Kohlenhydrate haben oft einen schlechten Ruf und werden als Hauptverursacher von Gewichtszunahme dargestellt. Doch stimmt das wirklich? In diesem Artikel räume ich mit dem Mythos auf und zeige dir, warum Kohlenhydrate nicht per se dick machen und wie du die Richtigen auswählst.

Unterschied einfach und komplexe Kohlenhydrate
1. Was sind Kohlenhydrate?
Kohlenhydrate sind eine der drei Hauptnährstoffgruppen neben Fetten und Proteinen. Sie bestehen aus Zuckermolekülen und dienen in erster Linie als Energielieferant für unseren Körper. Besonders das Gehirn und die Muskulatur sind auf Kohlenhydrate angewiesen, um optimal zu funktionieren.
Kohlenhydrate lassen sich in zwei Kategorien unterteilen:
Einfache Kohlenhydrate
Komplexe Kohlenhydrate
Unterschied zwischen einfachen und komplexen Kohlenhydraten
Einfache Kohlenhydrate:
Werden schnell verdaut und rasch ins Blut aufgenommen.
Sorgen für einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels, gefolgt von einem raschen Abfall.
Dieser Abfall kann zu Heißhunger und Müdigkeit führen.
Beispiele:
Weißbrot, Toast
Haushaltszucker
Pasta aus Weißmehl
Cornflakes und andere gesüßte Frühstückscerealien
Süßigkeiten und Limonade
Warum können einfache Kohlenhydrate problematisch sein?
Durch die schnelle Aufnahme steigt der Blutzuckerspiegel sprunghaft an. Die Bauchspeicheldrüse schüttet vermehrt Insulin aus, um den Zucker abzubauen. Dieser Prozess kann jedoch zu einem schnellen Abfall des Blutzuckerspiegels führen – und damit zu Heißhungerattacken.
Komplexe Kohlenhydrate:
Bestehen aus einer langen Kette von Zuckermolekülen, die langsam verdaut werden.
Sichern eine gleichmäßige Energiezufuhr und halten länger satt.
Enthalten wertvolle Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe, die die Verdauung unterstützen und die Darmgesundheit fördern.
Beispiele:
Vollkornprodukte (z. B. Vollkornbrot, Vollkornnudeln)
Haferflocken
Hülsenfrüchte (z. B. Linsen, Bohnen, Kichererbsen)
Kartoffeln und Süßkartoffeln
Gemüse (z. B. Brokkoli, Karotten, Paprika)
Obst (z. B. Beeren, Äpfel, Bananen)
Warum dein Körper Kohlenhydrate braucht
Oft wird vergessen, dass Kohlenhydrate lebenswichtige Funktionen erfüllen. Sie sind nicht nur die bevorzugte Energiequelle für Muskeln und Gehirn, sondern auch essenziell für:
Ausdauer und Leistungsfähigkeit: Vor allem bei sportlichen Aktivitäten braucht dein Körper schnell verfügbare Energie.
Stabile Stimmung: Ein ausgeglichener Blutzuckerspiegel unterstützt mentale Ausgeglichenheit und reduziert Stress.
Darmgesundheit: Die Ballaststoffe in komplexen Kohlenhydraten fördern die Verdauung und eine gesunde Darmflora.
Kohlenhydrate beim Abnehmen: Die richtige Balance
Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass man zum Abnehmen komplett auf Kohlenhydrate verzichten muss. Tatsächlich geht es vielmehr um die Qualität und die Menge.
Timing ist entscheidend: Komplexe Kohlenhydrate solltest du bevorzugt morgens und mittags zu dir nehmen, um deinem Körper über den Tag hinweg Energie zu liefern.
Kombination macht den Unterschied: Kombiniere komplexe Kohlenhydrate immer mit Proteinen und gesunden Fetten – das verlangsamt die Verdauung und hält den Blutzuckerspiegel stabil.
Portionsgrößen beachten: Auch gute Kohlenhydrate können bei übermäßiger Zufuhr zu einer Gewichtszunahme führen.
Fazit: Kohlenhydrate sind nicht Dein Feind
Kohlenhydrate machen nicht automatisch dick. Setze auf unverarbeitete, ballaststoffreiche Kohlenhydrate, die deinem Körper langanhaltende Energie liefern und Heißhungerattacken vorbeugen. Verbanne Kohlenhydrate nicht aus deinem Speiseplan, sondern wähle bewusst und setze auf natürliche Quellen aus Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukte.
Bonus-Tipp: So erkennst du gute Kohlenhydrate im Supermarkt
Schau auf die Zutatenliste: Je kürzer, desto besser!
Vollkornprodukte bevorzugen: Das Wort "Vollkorn" sollte an erster Stelle stehen.
Zuckerfallen meiden: Produkte mit vielen zugesetzten Zuckern sind nicht die beste Wahl.



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